Die Maya-Mythologie



Hunahpu und Xbalanque

Die berühmtesten Charaktere der Maya-Mythologie sind die Heldenhaften Zwillinge, Hunahpu & Xbalanque, deren Geschichte im Pool Vuh erzählt wird. Sie werden in Xibalba, der Unterwelt, empfangen, wohin ihr Vater, der Maisgott Hun Hunahpu, gebracht wurde, weil er die Herren von Xibalba durch lautes Ballspiel gestört hatte. Der Vater wird enthauptet und sein Kopf in einem Baum aufgehängt.

Als ein Unterwelt-Mädchen namens Blut-Mond am Baum vorbeigeht, spuckte ihr der Kopf in die Hand und sie wir schwanger. Sie flieht vor dem Zorn des Vaters in die obere Welt und gebiert Zwillinge. Der Vater hat bereits Zwillingssöhne, die die Neukömmlinge nicht mögen und ständig belästigten. Als Antwort verwandelten Hunahpu und Xbalanque ihre Halbbrüder in Affen, die schließlich zu Gottheiten der Kunst werden.

Die Zwillinge sind große Ballspieler, und der Lärm ihrer Spiele provoziert die Adligen von Xibalba. Hunahpu und Xibalba müssen über Flüsse von Blut und Eiter in der Unterwelt reisen. Sie sollten eine Reihe von Problemen bestehen. In der ersten Nacht erhält jeder eine brennende Fackel und eine entzündete Zigarre. Diese sollen sie am Morgen genauso zurückgeben, wie sie sie erhalten haben. Die Zwillinge löschen sie aus und ersetzten die Fackelflammen durch rote Arafedern, die Zigarrenglut jedoch durch Feuerfliegen.

So narren sie die Herren von Xibalba. Danach müssen sie Nächte in Häusern voll Messer, Jaguare, Kälte und Feuer verbringen. Am Ende werden sie im Haus von Zotz, der Mörderfledermaus eingeschlossen. Um der Kreatur zu entkommen benutzten sie ihre magische Kraft und versteckten sich in ihren Blasrohren. Kurz vor der Dämmerung blickte Hunaphu aus dem Blasrohr, und Zotz reißte ihm dabei den Kopf ab. Die Adligen von Xibalba zwingen daraufhin Xbalanque, beim Ballspiel den Kopf seines Bruders als Ball zu verwenden, doch der schlaue Zwilling schaffte es, ihr Aufmerksamkeit lang genug abzulenken, um den Kopf wieder an den Körper zu fügen.

Danach rächen die Zwillinge ihren Vater. Sie lassen zu, dass sie in einer Feuergrube geopfert werden. Doch fünf Tage später nachdem die Herren der Unterwelt ihre Knochen in einem Fluss geworfen haben, tauchen sie als katzenfischartige Wesen wieder auf.

Wegen ihrer magischen Tricks und Tänze werden die Zwillinge immer beliebter. Als die beiden wichtigsten Herrscher von Xibalba von ihren Taten hören, bestellen sie die Zwillinge in ihren Palast. Den Brüdern wird befohlen, einander zu opfern. Sie tun es, doch beleben sie sich sofort wieder. Davon beeindruckt fordern die Herren von Xibalba sie auf, dieselbe Magie auch auf sie anzuwenden. Sie opfern die beiden Herrscher, doch erwecken sie sie nicht wieder zum Leben. So wird die Unterwelt schließlich bezwungen, eher durch List als durch Gewalt, und Hunahpu & Xbalanque steigen in den Himmel auf, wo sie zu Sonne und Mond werden.




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