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| Mythos Zwillinge |
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| Eineiige Zwillinge und ihr Leben sind heute noch genauso faszinierend wie früher. Auch heute gelten eineiige Zwillinge als etwas Besonderes, weil sie sich so sehr ähneln. Heute ist man weitestgehend über das Phänomen der eineiigen Zwillinge aufgeklärt. Damals gab es diese Erkenntnisse von heute nicht.
Deshalb ist die Geschichte von eineiigen Zwillingen eine Geschichte von Mythologie, Aberglauben, Missverständnissen und gewaltsamen Tod. Die Faszination ist heute noch geblieben, alles andere eigentlich nicht(?). Bei vielen Völkern der Erde waren Zwillinge etwas Übernatürliches, oft spielte Aberglaube eine schlimme Rolle. Da der Aberglaube immer aus Unwissenheit entstand und auch weiterhin entsteht und man wenig über Genetik wusste, entstanden also Mythen, Sagen und Legenden über Zwillinge. „Berühmte“ Zwillingspaare gibt es in vielen Kulturen. Dabei spielten sie oft die Rolle vom Guten und vom Bösen. Der Pfad des Guten und der Pfad des Bösen beginnen an der gleichen Wegkreuzung (Geburt), ohne Licht gibt es keinen Schatten, ohne das Böse gibt es nicht das Gute. Bei den christlichen Häretikern des Mittelalters führte solcher Glauben zu der Ansicht, Gott und Teufel seien Zwillingsbrüder. |
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| Mythos Zwillinge | ||
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Zwillinge waren in vielen Zeitaltern und Ländern etwas Spektakuläres. Bei einigen
Völkern wurden sie verehrt, bei anderen Völkern fürchtete man sich jedoch vor ihnen.
In einigen Regionen des europäischen Mittelalter und auch später waren Zwillinge z.B. ein Akt des Teufels oder Dämonen. Es galt die Meinung, dass ein Mann nur 1 Kind zeugen kann und deshalb bei der Geburt von Zwillingen übernatürliche Kräfte am Werk sein mussten. Eine der berühmtesten Zwillingspaare waren Romulus und Remus, Söhne des Kriegsgottes Mars, welche von Wölfen aufgezogen wurden. Romulus erschlug seinen Bruder Remus und gründete später Rom. |
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| Mythos Zwillinge | ||
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Wenn Zwillinge überhaupt verehrt wurden, dann nur im Zusammenhang mit Göttern, Geistern oder Schöpfungswesen. Oft werden Zwillinge als Götter erwähnt, von denen der eine das Gute, z.B. Licht, und der andere das Böse, die Finsternis verkörperte. Gerade in der griechischen Mythologie gab es viele Zwillingspaare die Götter oder Halbgötter waren. Polydeukes und Kastor die Zwillingsgötter des Morgen- und Abendsterns, wurden gleichzeitig aus dem Schoß Ledas oder Latronas, in der griechischen Mythologie die Urmutter des Welteneis, geboren. Andere altgriechische Zwillingsherrscher waren die Söhne des Aphareos, Idas, der stärkste Mann und Lynkeus, „der Scharfblickende“, Lotse der Argonauten und Vetter der Dioskuren, Proitos, König von Tirynth und Akrisios, König von Argos, Herakles, Sohn des Zeus und der Alkmene und Iphikles, Sohn des Amphitryon von Tirynth und der Alkmene, Eteokles, König von Theben und Polyneikes, einer der Sieben gegen Theben. Die Titanin Leto gebar die Zwillinge Apollon, Griechischer Gott der Weisheit, der Dichtkunst, der Musik und des Gesanges, aber ursprünglich Gott des Sonnenlichtes und Artemis, Griechische Göttin der Jagd. Auch die alten Atlanter sollen von den 5 Zwillingspaaren Atlas, ein Riese und der Träger des Himmels, König von Atlantis und Gadiros, beherrschte den äußersten Teil der Insel von Gibraltar bis Gadeira, Ampheres und Eudamion, Mnesus und Autochthon, Elasippos und Mestor, Azaës und Diaprepes beherrscht worden sein, alles Söhne des Gottes Poseidon | ||
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| Mythos Zwillinge |
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Belbog ist ein slawischer „Weißer Gott”, dem sein Zwillingsbruder, Czernobog, der „Schwarze Gott” gegenübersteht. Bei den Germanen gab es Freyja und Freyr, die Götter der Fruchtbarkeit aus dem Geschlecht der Vanir und die Asen Baldur, ein heller, strahlender, ehrlicher, offener und reiner Gott und Hödur, der blinde Gott. Bei den Kelten waren es die Zwillingsbrüder Dylan und Lieu. Diese Mächte von Licht und Finsternis wurden gleichzeitig von der Arianrhod geboren, der keltischen Göttin des Sternenrades, gleichzeitig geboren.. Bei den Persern entsprossen Ahura Mazda, Gott des Lichtes und Ahriman, unterirdischer Gott, Verkörperung des Bösen. Ebenfalls für das Gute und Böse standen die Zwillingsgeister Spenta Mainyu, der gute Gott, als Wächter der sittlichen Ordnung belohnt er die Guten und bestraft die Bösen und Angra Mainyu, Böser Geist der Qualen und Drangsale, des Betruges und der Verworrenheit. Ein anderes Zwillingspaar sind die beiden Fackelträger des Gottes Mithras, Cautes und Cautapates, sie personifizieren Tag und Nacht, die aufgehende und die untergehende Sonne, Beginn des Frühlings und Beginn des Herbstes oder Leben und Tod. Cautes hält seine Fackel empor, Cautapates, hält seine nach unten |
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| Mythos Zwillinge |
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In Heliopolis im alten Ägypten galt der Sonnengott Atum als höchster Schöpfer. Er ging als erster Sonnenaufgang aus einer Lotosblume hervor. Atum enthielt die Lebenskraft des Universums, aus der er die Zwillingsgötter Schu, den Gott der Luft und Tefnut, die Göttin der Feuchtigkeit, schuf. Aber auch Naturvölker hatten ihre eigene Mythologie über Zwillinge wie z.B. die Mythologie der Mayas von den Zwillingen und Kulturheroen Hunahpu & Xbalanque berichtet. Shaher und Shalem, die Zwillingsgötter des Morgen- und Abendsterns in Kanaan, entsprangen gleichzeitig dem Schoß Helels, dem Abgrund, einem dunklen, yonischen Aspekt der Göttin Asherah, die den Vatergott El verschlingt. Amerikanische Indianer erzählen, der Weiße Manitu, der Herr des Lebens, und der Schwarze Manitu, der Herr des Todes, seien Zwillinge. Beide wurden gleichzeitig von der Mondgöttin geboren, der sogenannten Alten Frau, die niemals stirbt. Bei einigen Familien der Plains-Indianer war es z.B. eine Schande Zwillinge zu bekommen und eins von den Kindern wurde ausgesetzt. Andererseits brachten die Dakotas ihren Zwillingen großen Respekt entgegen, denn sie sahen in ihnen Glücksbringer. Bei den Hopi z.B. spielten Zwillingsbrüder in der Schöpfungsgeschichte eine wichtige Rolle. Andere indianische Völker sahen in Zwillingen etwas Besonderes, deshalb wurden sie zu Häuptlingen oder Medizinmänner erzogen. |
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| Mythos Zwillinge |
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Über das Verhalten der Zwillinge zueinander erzählen jedoch wenige Legenden oder Mythen. Meistens nur wenn das Verhalten der beiden stark voneinander abwich, der eine gut, der andere böse. „Dass die eineiigen Zwillinge stark von einander abweichende Persönlichkeitsmerkmale entwickeln, ist im Zeitalter der Entschlüsselung des menschlichen Genoms und der dadurch ausgelösten Zukunftsängste eigentlich ein ganz beruhigender Befund. Geklonte Dollys müssen einander offenbar nicht gleichen wie ein Schaf dem anderen.“ |
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| Dr. Lotte Köhler |
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Also was ist eigentlich das Faszinierende an eineiigen Zwillingen? Sind sie nun übernatürlich, dämonisch oder göttlich? Sind sie Spiegelbilder oder identische Wesen? Auf diesen Seiten sollen anhand der Geschichten eines eineiigen weiblichen Zwillingspärchens, solche Fragen beantwortet werden. Der Betrachter kann sich selbst ein Urteil bilden wie
das „normale“ Leben von eineiigen Zwillingen sein kann. |
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| Mythos Zwillinge |
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